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Pegida in der Rasterfahndung.

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Stellen wir uns einmal auf einer Y-Achse eine Werteskala auf Basis von Demokratie und Grundgesetz vor und auf einer X-Achse die Beteiligung am gesellschaftlichen Prozess, dann wäre die wünschenswerte Ausprägung für eine Gesellschaft, aktive Bürgerinnen und Bürger, die ganz rechts oben stehen – sie teilen vollumfänglich die Werte und partizipieren aktiv am gesellschaftlichen Prozess.
Die niedrigste Ausprägung wäre demzufolge der Nullpunkt – sie teilen keine gemeinsamen Werte, oder lehnen sie sogar ab und beteiligen sich nicht. Diese Menschen sind nur noch wahnsinnig schwer zu erreichen und man könnte meinen, dass wären die gefährlichsten Mitglieder einer Gesellschaft. Sind sie aber nicht. Dazu später mehr.
Dann gibt es noch die Menschen, die ganz weit oben auf der Werteskala stehen, aber sich nicht aktiv einbringen. An sie müssen Angebote gemacht werden – von Politik und Gesellschaft. An sie müssen Einladungen ausgesprochen werden, die Gesellschaft mitzugestalten.

Jetzt kommen wir aber mal zu den gefährlichsten in dieser Einteilung. Das sind diejenigen, die sich aktiv in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen, also ganz rechts auf der X-Achse stehen, aber ganz niedrig bei den Werten auf der Y-Achse. Diese Menschen, und hier ordne ich Pegida und AfD ein, zerstören den politischen Diskurs und determinieren die gemeinsame Werte-Basis.
In dieser Theorie muss man diese Menschen verwarnen. Muss Ihnen Grenzen zeigen und sie auf die gemeinsamen Werte verpflichten. Sie wirken sonst zerstörerisch.

Diese Warnung ist bisher nicht erfolgt!

Im gesellschaftlichen Ergebnis des Wirkens dieser Gruppe steht, dass man einen Großteil der Zeit, medial und politisch, sich mit diesen Menschen auf dem unteren Teil der Werteskala beschäftigt, obwohl man sich eigentlich auf die gestalterischen, wertebasierten Kräfte konzentrieren und sie bestärken müsste. Diese machen nämlich eine lebendige und wehrhafte Demokratie aus. Vernachlässigt man eben diese Menschen, entzieht man ihnen Aufmerksamkeit und Wertschätzung, werden sie sich über kurz oder lang aus dem gesellschaftlichen Diskurs zurückziehen und schlimmstenfalls resignieren.
Das wäre dann nicht nur das Ende unserer Gesellschaft, wie wir sie heute kennen, vor allem ist das ein konkreter Erfolg für Pegida und AfD, weil sich ihnen niemand mehr engagiert entgegen stellt und unsere Werte verteidigt.

Was muss man also tun?

Die Demokratie, die wertebasierte Gesellschaft muss sich als wehrhaft erweisen, muss den Hetzern und Populisten zurufen: „Nicht mit uns! Das sind unsere Werte und wir werden sie gemeinsam verteidigen. Auch gegen euch.“ Wir müssen aufhören, Pegida und AfD als Phänomen zu betrachten und zu behandeln.
Wir müssen sie ernst nehmen, aber eben nicht in ihren Parolen und Hetzreden, damit würden wir nämlich unsere gemeinsamen Werte zu ihren Gunsten herabsenken, nein, wir müssen sie ernst nehmen als echte Gefahr für Demokratie und unsere Gesellschaft.

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Published in Politik

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